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Unternehmensbezogene Beihilfen

Landwirte erhalten den überwiegenden Teil der unternehmensbezogenen Beihilfen für die von der Gesellschaft erwarteten Gemeinwohlleistungen. Ohne diese Honorierung wäre ein Großteil der Betriebe nicht überlebensfähig und somit auch unsere intakte Kulturlandschaft in weiten Teilen gefährdet.

Die unternehmensbezogenen Beihilfen betrugen im WJ 2022/2023 in den Haupterwerbsbetrieben durchschnittlich 33.241 €. In der Summe gingen sie gegenüber dem Vorjahr leicht zurück.

Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe entfielen 55 % der Beihilfen auf die EU-Direktzahlungen. Weitere bedeutsame Zuwendungen waren die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung sowie die Agrardieselerstattung und die Ausgleichszulage.

Der Anteil der unternehmensbezogenen Beihilfen am Unternehmensertrag betrug im Mittel 8,5 %, der Anteil am Gewinn ca. 36 %.

Unternehmensbezogene Beihilfen der Haupterwerbsbetriebe nach Betriebsformen im Wirtschaftsjahr 2022/2023

MerkmalEinheitAckerbauMilchviehSonstiger FutterbauVered-lungWeinbauSonstige Dauer-kulturenVerbundInsge-samt
Anteil an der Gesamtheit%14,249,619,24,80,40,311,6100
Betriebsgrößeha LF77,0357,0162,6570,4513,664,8584,2864,04
Vergleichswert€/ha LF75655362668938159667612
Gewinn€/Untern.85.159111.67359.577115.248(49.834)40973.07092.672
Unternehmensertrag€/Untern.342.821376.634365.776636.995261.48244.136472.549390.649
Beihilfen insgesamt€/Untern.34.95931.75731.20744.6657.4511.17839.52033.241
dar. Ausgleichszulage€/Untern.8662.7301.8921.499(365)341.5512.077
      Agrardieselerstattung€/Untern.2.7432.3732.3142.533(353)272.7862.439
      Zinszuschüsse€/Untern.(2)(28)(25)(18)00(16)(22)
      Investitionszuschüsse1)€/Untern.(850)(2.458)(510)(639)(202)0(330)1.496
      Beihilfen pflanzliche Produktion€/Untern.(78)148(24)(80)00(146)109
      Zuschüsse Tierproduktion€/Untern.(61)357(245)3.84800(1.077)537
      EU-Direktzahlungen €/Untern.21.84816.46517.96820.1373.8621.00423.50318.307
      Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung€/Untern.6.7166.4357.6155.854(1.418)828.0476.780
Veränderung gegenüber 2021/2022%3,45,2–0,9–15,3–17,0–81,5–20,7–2,3
Anteil der Beihilfen am Unternehmensertrag%10,28,48,57,02,82,78,48,5
Anteil der Beihilfen am Gewinn%41,128,452,438,815287,754,135,9

1) Ohne Zinszuschüsse.

Bei den Ackerbaubetrieben bestanden die Beihilfen zu 62 % aus EU-Direktzahlungen. Die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung und die Agrardieselerstattung hatten einen Anteil von 19 bzw. 8 %.

Bei den Milchviehbetrieben waren die EU-Direktzahlungen und die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung mit 52 bzw. 20 % die wichtigsten staatlichen Beihilfen. Die Betriebe erhielten zudem durchschnittlich 2.730 € je Unternehmen als Ausgleichszulage, entsprechend einem Anteil von 9 % an den gesamten Beihilfen. Milchviehbetriebe sind häufiger in benachteiligten Gebieten anzutreffen. Deshalb hat die Ausgleichszulage in dieser Betriebsgruppe eine größere Bedeutung.

Die sonstigen Futterbaubetriebe (ohne Milchvieh) erhielten ähnlich hohe Beihilfen wie die spezialisierten Milchviehbetriebe. In dieser Gruppe bestanden sie zu 58 % aus EU-Direktzahlungen. Ebenfalls bedeutend waren die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung mit einem Anteil von 24 %.

Die Veredlungsbetriebe bezogen im WJ 2022/2023 Beihilfen von durchschnittlich 44.665 € je Unternehmen und erhielten damit den höchsten Betrag. In der Summe allerdings sind die staatlichen Zuwendungen in dieser Betriebsgruppe um 15 % niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Es entfielen durchschnittlich 45 % der Beihilfen auf die EU-Direktzahlungen, 13 % auf die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung und 6 % auf die Agrardieselerstattung.

Die Verbundbetriebe erhielten mit durchschnittlich 39.520 € den zweithöchsten Betrag an staatlichen Beihilfen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich auch hier ein Rückgang der Zuwendungen um etwa 21 %. Die wichtigsten Formen waren die EU-Direktzahlungen, die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung und die Agrardieselerstattung.

In den Weinbaubetrieben und den sonstigen Dauerkulturbetrieben trugen die Beihilfen ebenfalls zum wirtschaftlichen Erfolg bei. In der Summe der Betriebe erhielten sie jedoch die geringsten staatlichen Zuwendungen, wobei auch hier die EU-Direktzahlungen den wichtigsten Posten bildeten.

Knapp ein Viertel der Haupterwerbsbetriebe bewirtschaftet zwischen 15 und 30 ha LF. Hier lagen die unternehmensbezogenen Beihilfen im WJ 2022/2023 im Mittel bei 13.060 € je Unternehmen. In der Größenklasse mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen 30 und 60 ha (mehr als 50 % der Haupterwerbsbetriebe) bewegten sich die Beihilfen auf einem Niveau von 25.000 €. In dieser Gruppe hatten sie somit einen Anteil von 34 % am Gewinn. Gegenüber dem Vorjahr sind die staatlichen Zuwendungen jedoch in allen drei Betriebsgrößenklassen leicht zurückgegangen.

Unternehmensbezogene Beihilfen nach Größenklassen im Wirtschaftsjahr 2022/2023

MerkmalEinheitGrößenklassen 15 bis unter 30 ha LF (ha LF)Größenklassen 30 bis unter 60 ha LF (ha LF)Größenklassen 60 bis unter 200 ha LF (ha LF)Insgesamt
Anteil an der Gesamtheit%23,357,219,5100
Betriebsgrößeha LF23,6445,3097,2964,04
Vergleichswert€/ha LF599614623612
Gewinn€/Unternehmen50.56873.540125.23492.672
Unternehmensertrag€/Unternehmen183.893301.273552.251390.649
Beihilfen insgesamt€/Unternehmen13.06025.00048.81933.241
dar. Ausgleichszulage€/Unternehmen1.0021.7542.8122.077
      Agrardieselerstattung€/Unternehmen9801.7563.6432.439
      Zinszuschüsse€/Unternehmen(1)(23)(29)(22)
      Investitionszuschüsse1)€/Unternehmen(131)(1.300)(2.212)1.496
      Beihilfen pflanzliche Produktion€/Unternehmen(30)101(149)109
      Zuschüsse Tierproduktion€/Unternehmen401553587537
      EU-Direktzahlungen €/Unternehmen7.41813.59326.95218.307
      Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung€/Unternehmen2.4294.76210.3566.780
Veränderung gegenüber 2021/2022%–1,9–4,6–3,0–2,3
Anteil der Beihilfen am Unternehmensertrag%7,18,38,88,5
Anteil der Beihilfen am Gewinn%25,834,039,035,9

1) Ohne Zinszuschüsse.